"Er lässt die Musik atmen"

Der Musiker Matthias Kuhn übt seine breitgefächerte musikalische Tätigkeit als Dirigent und Cellist mit renommierten Ensembles im In- und Ausland aus. Auftritte führten ihn in den letzten Jahren ans Menuhin Festival Gstaad, an die Biennale Zagreb, ans Theaterspektakel Zürich und ans Festival MESS Sarajevo. Zahlreiche Projekte realisierte er aber auch in Bern, unter anderem im Zentrum Paul Klee und am Stadttheater.

Das Musikleben der Stadt Bern und Umgebung prägt Matthias Kuhn in vileseitiger Weise seit Jahren: Seit 2003 ist er Chefdirigent des Medizinerorchesters Bern - eine Funktion, die er 2004-2006 auch beim Akademischen Orchester Freiburg i.Br. innehatte. 2006/2007 war Matthias Kuhn als Gastdozent für eine Musiktheaterproduktion am Y-Institut für Transdisziplinarität der Hochschule für Künste Bern HKB zuständig.

Sein künstlerisches Schaffen überschreitet Gattungsgrenzen. So setzt er sich intensiv mit Kammermusik auseinander, als Gastdirigent bei der Camerata Bern, den Kammerorchestern Basel und Bern, dem Collegium Novum Zürich und dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn. Bei dem in Bern basierten Kammerensemble "La Strimpellata" ist er mitverantwortlich für die Programmation und tritt ebenfalls als ständiger Dirigent in Erscheinung. Gerade als Cellist widmet er sich mit seinen Duo-Partnern Eva-Maria Zimmermann oder Alexander Ruef (Klavier) und Romano Giefer (Cembalo) vorwiegend der Kammermusik.

Gleichermassen arbeitet er aber auch mit Sinfonieorchestern, etwa dem Berner Sinfonieorchester, an dessen Pult er regelmässiger Gast ist. 2004 gab er mit dem Orchester OPUS sein vielbeachtetes Opern-Debüt am Berner Stadttheater mit der Uraufführung von Christian Henkings "Leonce und Lena". Ausserdem ist er mit den Sinfonieorchestern Basel, Biel und St.Gallen und mit der Philharmonie Targu-Meres (Rumänien), der Philharmonie Südwestfalen und der Württembergischen Philharmonie aufgetreten.

Neugierig wechselt Matthias Kuhn als Musiker von jeher ebenso zwischen verschiedenen Epochen hin und her. Er beschäftigt sich mit historischer Aufführungspraxis - etwa in Auftritten mit dem Neuen Orchester Köln, der Freitagsakademie, den Affetti Musicali oder im Rahmen der Händel Festspiele Karlsruhe - genauso wie mit zeitgenössischer Musik. Zeitgenössische Werke hat er unter anderem in Konzerten mit dem Collegium Novum Zürich, der basel sinfonietta, dem von ihm mitbegründeten Klavierquartett Charmillon, mit La Strimpellata und dem Ensemble SONEMUS in Sarajevo zur Aufführung gebracht.

So vielseitig wie sein Schaffen sind die musikalischen Einflüsse, die ihn geprägt haben: Neben seinen Studien in Bern und bei Prof.Dr. P. Gülke in Freiburg i.Br. brachte ihn die Teilnahme an diversen Meisterkursen und Festivals mit renommierten Künstlern wie Claudio Abbado, Pierre Boulez, Lorin Maazel, Isaac Stern und Leon Fleisher zusammen. Ausserdem erhielt er das S.&N. Kay-Fellowship für Dirigieren am Tanglewood Music Festival und studierte dort bei Seiji Ozawa, André Previn und Jorma Panula.

PRESSESTIMMEN

"Er lässt die Musik atmen." (Bieler Tagblatt, 13.8.2001, F. Mendelssohn-Bartholdy: Italienische Sinfonie)

"Dem Dirigenten Matthias Kuhn gelang es im Freiburger Konzerthaus ... diese psychologisierende Sicht intensiv herauszuarbeiten. Chor und Orchester, bestens vorbereitet und unter Matthias Kuhns Leitung präzise reagierend, verschmolzen zu einer klanmächtigen Einheit. Schlüssiger lässt dieses Monumentalwerk sich kaum auf den Punkt bringen." (Badische Zeitung, 14.2.2007, G. Verdi: Missa da Requiem)

"Matthias Kuhn leitete das Werk mit grosser Sicherheit, prägnanter Präzision und unmissverständlicher Gestik. Der Berner Dirigent dokumentiert sein grosses Talent in dieser Aufgabe auf besonders nachdrückliche Weise." (Der Bund/Schweizer Musik Zeitung/Opernwelt, April 2004, Ch. Henking: Leonce und Lena)

"...und es war ihr Chefdirigent, Matthias Kuhn, welcher diese Produktion musikalisch leitete. Er hat ausgezeichnet gearbeitet, hielt die dynamische Balance, die Tempi und die Koordination zur Bühne stets aufmerksam , aber elastisch im Griff." (Musik&Theater, Juni 2004, Ch. Henking: Leonce und Lena)

"Auf geradezu abgeklärte Weise (und zudem mit sehr genauer, konzentrierter Schlagtechnik) löste Kuhn die Frage, ob den Brahms' Zweite nun eher ein 'heiteres und liebliches' Werk oder doch eher 'traurig und mollig' sei. Beides stand nun bei Kuhn schlüssig nebeneinander." (Badische Zeitung, 30.11.1998, J. Brahms: Sinfonie Nr. 2)

"Die Cellopartie steht für die kurzen hellen Augenblicke, die von besonderer Expressivität sind, oft aber auch für überaus anspruchsvolle Grifftechniken verantwortlich stehen. Kuhn überzeugt hier wie dort." (Der Bund, 22.9.2008, P. Nørgård: Der göttliche Tivoli)

"Die frische, heitere Herangehensweise der Musizierenden, gekoppelt mit der sehr spannungsvollen und akzentreichen Ausdeutung Kuhns, führte zu einem genussvollen, präzisen Spiel." (Der Bund, 22.1.2009, J. Haydn: Sinfonie Nr. 103)

"Wie sie aufeinander hörten, wie sie die Themen einander zuspielten - das war meisterhaft." (Der Bund, 27.10.2003, F. Chopin: Sonate für Violoncello und Klavier/Klaviertrio)



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